Hummelsterben im Sommer: Was sind die Gründe?

Hummelkönigin an einem Natternkopf

Im Hochsommer endet für viele Insekten schon die beste Zeit: In trockenen heißen Wetterperioden gibt es meist nur noch wenige Trachten für die Tiere. Hummeln haben es jetzt besonders schwer, denn sie haben eine andere Sammelstrategie als Bienen. Sie legen quasi keine Vorräte an und sind deshalb noch mehr auf wechselnde Trachten und ständigen Nachschub angewiesen.

Und weil sie oft fast hartnäckig an einer Tracht festhalten, ergeben sich manchmal tragische Folgen. So fliegen Hummeln zum Beispiel im Sommer übertrieben lang und intensiv eine einzige Trachtpflanze an wie einen Lindenbaum. Dort finden sie immer weniger Nahrung, wechseln aber auch nicht mehr zu Alternativen. Die Folge: Hummelsterben in Massen wie einige Untersuchungen gezeigt haben. Mehr dazu im Beitrag des NABU übers Hummelsterben >>

Was können wir dagegen tun?

Wir brauchen viel mehr naturbelassene und weniger intensiv genutzte Flächen. Jede Ecke, in der sich die Pflanzenwelt vermehren und vielfältiger werden kann, nützt den Tieren. Dazu zählen auch blühende Wildpflanzen, die von Gärtnern schnell als Unkraut abgetan werden. Lassen Sie doch einfach mal eine Ecke mit Brennesseln, Schafgarbe und Wicken im Garten stehen und beobachten Sie, was sich tut…. Es lohnt sich!


Jubiläum: 50. Tag der Erde – und es summt wieder!

Wildbiene an einer Nisthilfe von AITRACH BRUMMT
Eine Wildbiene verlässt gerade ihren Hauseingang… Aufgenommen an einem Insektenhotel von AITRACH BRUMMT im April 2020.

Heute am 22. April ist „Tag der Erde“. Kein Grund zum Feiern – geht ja ohnehin nicht. Und die meisten Menschen beschäftigen gerade sehr weltliche Sorgen wie die Gesundheit der Familie, finanzielle Engpässe und Kinder, die seit Wochen keine Kitas und Schulen mehr besuchen können. Doch für einen kurzen Moment sollten wir wenigstens innehalten an diesem Tag und mal auf das Summen in der Natur hören. Denn derselbe Frühling kommt nie wieder! Das gilt auch für diese besondere Zeit im April 2020. Bei allen Sorgen, die wir jetzt haben: Ein Blick in die Natur entspannt und lenkt den Blick aufs Wesentliche.

Es blüht schon mächtig auf den Wiesen

Für die Bienen bedeutet das, jetzt ganz viel Energie zu tanken und so viel Pollen wie möglich zu sammeln. Das Wetter ist seit Wochen gut für diese Ernte. Und wo es noch nicht zu trocken ist, gedeihen bereits zahlreiche Frühblüher wie Löwenzahne, Weidenröschen und Taubnesseln. Distelpflanzen sind schon zu entdecken, bald Storchschnabel und Wilde Malve.

Wir freuen uns deshalb, dass wir mit dem Projekt AITRACH BRUMMT dieses Jahr prima gestartet sind und den Insekten schon reichhaltige Trachten bieten können. Und damit sie es sich in den neuen Insektenhotels auch richtig gemütlich machen können, haben wir einige davon frisch mit geschnittenem Schilf ausgestattet. Diese trockenen und sicheren Röhren lieben zahlreiche Wildbienen.

Und wer erkennt die Wildbiene auf dem Foto, die gerade gestern aus einem Stück Holz im Insektenhotel (Standort Wappental) gekrochen kam? Wir sind gespannt 🙂

Wer übrigens Lust und Zeit hat, die insgesamt 6 großen Insektenhotels weiter mit uns auszustatten und mit anzupacken, kann sich jederzeit gerne melden und schreibt eine Mail an: markus@helfenstein.net

Naturschutz lebt vom Mitmachen!

Nachschub für die Insektenhotels von AITRACH BRUMMT.
Nachschub für die Insektenhotels von AITRACH BRUMMT.


Winterzeit im Bienenstock

Noch herrscht bei uns kein strenger Winter und die Temperaturen sind mild. Deshalb kann man auch im Dezember noch ab und zu Bienen beobachten. Sie hören erst bei Außentemperaturen von unter 10 Grad Celsius mit ihren Flügen auf. Sinken die Werte weiter und gegen 5 Grad, schließen sich die Bienen zu einem kugelförmigen Wintersitz, der so genannten Wintertraube, zusammen.

Bewegung hält warm

Bienen halten nämlich keinen Winterschlaf und sterben auch nicht wie die Wespen oder Hummeln, bei denen nur die Königin überlebt. Sie bilden Trauben aus Tausenden von Tieren im Inneren des Bienenstocks. Dort produzieren sie durch Vibrieren ihrer Muskulatur und Flügelschlagen Wärme. Wenn die fleißigen Einheizer müde werden, rücken sie nach innen in die Mitte, um mit den erholten Artgenossen zu tauschen und Futter zu sich nehmen zu können. Dadurch erreichen sie im Inneren der Bienentraube auch im Hochwinter gemütliche Temperaturen von über 20 Grad.

Auch wir – die Initiatoren von AITRACH BRUMMT haben beschlossen, den Winter nicht zu verschlafen. Wir planen bereits die nächste Blühsaison und strecken unsere Fühler nach Kooperationspartnern aus, die mit uns an einem Strang ziehen. Deshalb haben wir uns auch beim Landeswettbewerb „Baden-Württemberg blüht“ mit unserem Projekt beworben. Gefördert werden mit diesem Wettbewerb 2020 Projekte, die einen Beitrag zur biologischen Vielfalt in unserer Region leisten.

Danke nochmals an alle Unterstützer aus diesem Jahr: Bleibt gesund und in Bewegung wie die Bienen- und drückt uns die Daumen für ein summendes 2020!

Die Insektenhotels stehen

Insektenhotels stehen in Aitrach

Im Rahmen von AITRACH BRUMMT wurden im Frühjahr auf rund 5.000 qm wertvolle Wildkräuter, -gräser und -blumen ausgebracht. Inzwischen sind diese Flächen grün – und bunt: Barbarakraut, Kornblumen und Lichtnelken markieren die ersten Farbtupfer. Viele weitere werden folgen. So sehr wir uns über die Blumen freuen, so wichtig sind auch die unscheinbaren Gräser und Kräuter, die nun ebenfalls dort wachsen. Mit der größeren Pflanzenvielfalt findet auch eine größere Anzahl unterschiedlicher Insekten einen passenden Lebensraum.

Zum Lebensraum der schützenswerten Insekten zählen neben der abwechslungsreichen Nahrungsgrundlage auch die richtige Unterkunft. Deswegen gehören zur Initiative AITRACH BRUMMT auch sechs große Insektenhotels. Johannes Klotzek und sein Team von der Mauthe GmbH & Co KG haben uns dabei ebenso großzügig wie tatkräftig unterstützt. Die Insektenhotels sind sehr solide gebaut und werden den Insekten über Jahre ein Zuhause bieten. Sie sind damit ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz in Aitrach. Wir bedanken uns ganz herzlich!

Die Insektenhotels sind auf die unterschiedlichen Standorte von AITRACH BRUMMT verteilt. Nicht alle sind für Spaziergänger leicht zu entdecken. Am Aitrachsee und auf der Streuobstwiese neben der Kirche können sich Interessierte aber jederzeit ein eigenes Bild von den Hotels und ihren Bewohnern machen. Die Hotels wurden in den letzten Tagen aufgestellt. Die Inneneinrichtung wird von nun an immer weiter ausgebaut. Mit etwas Glück ziehen dann noch in diesem Jahr die ersten „Gäste“ ein. Wir drücken die Daumen!

Möchten Sie AITRACH BRUMMT unterstützen? Darüber freut sich Markus Helfenstein, Kontakt s. Website oder über Facebook: facebook.com/aitrachbrummt/

Die ersten Blüten

Seit inzwischen sechs Wochen entwickeln sich aus den Samen die ersten Blumen und Gräser. Für uns eine spannende Zeit, denn in den ersten Wochen sind die Keimlinge durch Trockenheit und Hagel besonders gefährdet.

Die gute Nachricht: Es grünt kräftig und auch die ersten Blüten zeigen sich!

Das gelbe Barbarakraut und die erste Kornblume zeigen sich auf den neuen Blühflächen in Aitrach.

Unsere Insektenhotels

Zum Konzept von AITRACH BRUMMT gehört auch, den vielen Wildbienen und anderen Insekten ein schönes Zuhause zu geben.

Die Insektenhotels werden auf die unterschiedlichen Standorte verteilt. Wir sind sehr froh, dass Johannes Klotzek von Mauthe Beton dieses Vorhaben sehr großzügig unterstützt!

Johannes Klotzek, Herr Gleinser und Markus Helfenstein (v.l.n.r.) freuen sich über das erste fertige Insektenhotel

Zunächst stand die Planung an. Zu meiner Überraschung kann man keinen Bauplan für die Art von Insektenhotel googlen. Sie sollen groß, wetterbeständig, haltbar und frei stehend sein. Und Platz für eine Info-Tafel auf der Rückseite brauchen wir ja auch. Also habe ich eine eigene Skizze entworfen:

Für die Produktion gab’s natürlich noch ein paar mehr Details, aber was hier zählt, ist das Ergebnis. Das kann sich, Dank des Einsatzes von Johannes Klotzek und seinem Team bei Mauthe Beton, mehr als sehen lassen!

Jetzt geht’s los: Wir machen den Boden locker!

Am 25. April ist es soweit: Das Wetter ist schön und trocken und wir können mit der Bodenaufbereitung starten. Franz Krug legte mit seiner Landmaschine los und brachte die Kreiselegge zum Einsatz. Das ist ein Gerät, dessen Zinken sich durch den Boden bewegen und dadurch die oberste Bodenschicht lockern. So wird die aktuelle Wiese umgedreht und es entsteht eine schön krümelige Erde, die bereit ist, den Samen eine gute Keimung zu ermöglichen.

Anfang Mai wiederholen wir den Vorgang unmittelbar vor der Aussaat. Ohne eine solche Bearbeitung hätten die wertvollen Wildkräuter, -gräser und -blumen gegen die bisherige Grasnarbe keine Chance.

Wir freuen uns über den Start für AITRACH BRUMMT und können es schon kaum erwarten, das Saatgut für die Blumenwiesen auszubringen.